Anwendung von Düngemitteln

Bambus hat einen hohen Nährstoffbedarf und sollte ab April bis in den August hinein gedüngt werden. Bambusdünger sollte stickstoffbetont sein und einen möglichst geringen Salzgehalt aufweisen. Wir empfehlen hochwertigen RasendŁnger.

Wie es genau funktioniert, sagt uns hier der Bambusfreund Stefan Müller. Mit seiner freundlichen Genehmigung verwenden wir seinen nun folgenden Text. Vielen Dank hierfür.

Grundlagen der Elemente

Bodenverhältnisse für Bambus Die Dünger werden immer in %-Angaben erstellt. N für Stickstoff; P für Phosphat; K für Kalium; Mg für Magnesium und die relevanten Spurennährstoffe: Fe/Eisen; Cu/Kupfer. Meist sind die Hauptnährstoffe an O=Sauerstoff gebunden, diese nennen sich Oxide. Bei Stickstoff N wird das Element an Sauerstoff O (N03 = Nitrat-Stickstoff) oder Wasserstoff H (NH4 = Ammonium-Stickstoff) gebunden.

Der Stickstoff

Es gibt verschiedene Formen des Stickstoffes. Zum einen hat er auf den pH-Wert (Säuregrad) des Bodens Einfluss und zum anderen unterscheidet man verschiedene Wirkungszeiten / Freisetzungsraten. Die bevorzugte Form des Stickstoffes welches die Pflanze aufnimmt ist Nitrat-Stickstoff (N03).

a) Harnstoff - auch als Carbamid-Stickstoff bezeichnet wirkt im Boden stark säuernd, der pH-Wert sinkt nach unten. Abhängig ist der Abfall des Wertes vom Puffervermögen des Bodens (tonhaltige / sandige Böden), dem Härtegrad des Wassers und natürlich die gegebene Menge pro Liter Giesswasser oder g/m². Harnstoff selbst ist ein hervorragender Blattdünger. Kein anderer Dünger kann besser in das Blatt eindringen wie er. Die Effizienz ist ca. 20% pro Stunde.

Harnstoff selbst hat keinen nachweisbaren Salzgehalt. Daher sind Verbrennungen bei sachgerechter Anwendung fast ausgeschlossen. Harnstoff hat keinen Einfluss auf den pH-Wert des Wassers. Die Analyse von Harnstoff ist 46-0-0, der Preis pro kg bewegt sich im Cent-Bereich. Einsatzbereiche sind: Blattdüngung, pH-Wert Senkung z. B. Moorbeetpflanzen oder als Stickstofflieferant bei billigen Flüssigdüngern!

b) Ammonium-N - Stickstoff gebunden an Sauerstoff O. Nitrat-N wirkt pH-Wert stabilisierend auf den Boden. In der Praxis bedeutet dies, zu hohe Gaben bewirken einen Anstieg des pH-Wertes, z. B. bei hartem Wasser / Brunnenwasser. Nitrat-N ist jedoch unerlässlich, wenn die Pflanzen mit Regenwasser gegossen werden (speziell bei Kübelpflanzen).

Mehrnährstoffdünger (N-P-K + Spuren) mit hohen Nitratanteilen sind daher teurer als vergleichbare mit hohem Harnstoff, bzw. NH4 Anteilen. Leider werden solche Flüssigdünger nicht im Baumarkt angeboten. Die Auswaschung im Boden/Substrat ist sehr hoch. Demgegenüber steht die schnelle Aufnahme durch die Pflanzenwurzel.

c) Nitrat-N - Stickstoff gebunden an Sauerstoff O. Nitrat-N wirkt pH-Wert stabilisierend auf den Boden. In der Praxis bedeutet dies, zu hohe Gaben bewirken einen Anstieg des pH-Wertes, z. B. bei hartem Wasser / Brunnenwasser. Nitrat-N ist jedoch unerlässlich, wenn die Pflanzen mit Regenwasser gegossen werden (speziell bei Kübelpflanzen).

Mehrnährstoffdünger (N-P-K + Spuren) mit hohen Nitratanteilen sind daher teurer als vergleichbare mit hohem Harnstoff, bzw. NH4 Anteilen. Leider werden solche Flüssigdünger nicht im Baumarkt angeboten. Die Auswaschung im Boden/Substrat ist sehr hoch. Demgegenüber steht die schnelle Aufnahme durch die Pflanzenwurzel.

Das Phosphat

Phosphat P hat keinen messbaren Einfluss auf den pH-Wert. Es gibt zweierlei Wirkungen dieses Elements auf Pflanzen. Zum Wachstumsbeginn wirkt Phosphat verstärkt auf das Wurzelwachstum, auch bei Bambus. Die zweite Wirkung bezieht sich auf die Bildung (Induktion) von Blüten bei z. B. Stauden - Sommerflor - Rhododendren usw. Entzieht man in der Wachstumsphase der Pflanze das Phosphat, so treten Wachstumsstauchungen ein.

Anders bei Bambuspflanzen, hier wirkt ein zu viel an P wachstumsstörend. Ersichtlich an verfaulenden´ Wurzeln. Bei Untersuchungen des Grünteiles, als auch der Wurzel- und Rhizommasse wurden äußerst niedrige P-Gehalte bestimmt. Phosphat selbst ist sehr beständig im Boden und wird daher nur schwer ausgewaschen. Bei Kompostgaben sollte daher die kommenden 1-2 Jahre auf Phosphatdüngung verzichtet werden.

Das Kalium

Auch Kalium K hat keinen messbaren Einfluss auf den Säurehaushalt des Bodens. Dieses Element hat eine hohe Beweglichkeit in der Pflanze selbst. So werden nur ca. 40% des verabreichten K in der Pflanze eingelagert. Die restlichen 60% bewegen sich im Saftstrom. Diese Anreicherung erhöht den Salzgehalt in der Pflanze und daher auch die Frosterhöhende Wirkung dieses Elementes zum Herbst hin. Die Wirkung des Kaliums an der Pflanze ist zum einen die der Blütenbildung, zur anderen kann mit erhöhten Gaben eine Zellstauchung erreicht werden. Dies bewirkt auch eine wesentlich intensivere Färbung der Blätter.

Bei Bambus bedeutet dies, gibt man höhere Gaben an K in der Wachstumsphase (Austrieb), so wird sich das Internodium verkürzen. Die Zellen als solche werden kompakter und dickwandiger. Auch die Blätter werden etwas kleiner und dunkellaubiger. Letztendlich eine Erhöhung der Frosthärte. Diese Eigenschaft kann man sich auch im Sommer/Herbst in Bezug auf das Rhizomwachstum anwenden. Natürlich ist ein normal wüchsiges Rhizom bis Abschluss im November bei 2-3 m Länge nicht auf wenige Zentimeter zu verkürzen. Das Kalium ist sehr stabil im Boden und wird daher nur schwer ausgewaschen.

Das Eisen

Für Pflanzenliebhaber das wichtigste Spurenelement. Es ist verantwortlich für die Ausfärbung der Blätter. Die beste Aufnahme erfolgt im pH-Wert Bereich von 5 - 7. Eisen wird meist von Kalk (hartes Gießwasser) gebunden. Auch Wechselwirkungen mit Zink sind zu beobachten. Erhöhte Zinkwerte (z. B. Wasserführende Leitungen oder Dachrinnen) können das zur Verfügung stehende Eisen binden. Ist Eisen einmal gebunden so treten Chlorosen an den Blättern (zuerst an den älteren, später auch an den Jungtrieben) auf. Die Blätter werden hellgrün bis zu `post-gelb´. Auch Düngergaben ändern daran nichts.

Es gibt einige Formen von hochwertigen Eisen-Chelaten. Diese haben eine höhere `Kalk-Resistenz´. Auch bei höheren pH-Werten werden diese nicht festgelegt und sind daher pflanzenverfügbar. Die qualitativ minderwertigste Form ist das sog. Eisen-Sulfat. Zum Einsatz kommt dies bei Rasendüngern, zur Moosbehandlung. Der Effekt ist nur die ätzende Wirkung auf das Moos, die Sporen sind davon nicht betroffen und so wird sich der grüne Teppich nach kurzer Zeit wieder erneuern. Die Verfügbarkeit für die Pflanze ist sehr gering und daher von keiner Bedeutung im Gartenbau.

Oft kommt es auch bei billigen Düngemitteln zum Einsatz, da es sehr ´billig´ ist. Wirksame Eisenpräparate sind nur schwer im freien Verkauf zu finden. Das einzig mir bekannte ist Optifer, hergestellt aus Eichenrinde. Verfügbar bis pH-Wert 9.

Leider sehr teuer und man muss sehr hoch konzentrieren, aber es wirkt. Bei Verwendung dieses Mittels sollte die Düngung vor und nach der Behandlung eingestellt werden. Der Grund ist, da Optifer von NH4 - N angegriffen und neutralisiert wird. Hier nun einige Präparate mit sehr gutem Wirkungsspektrum, erhältlich meist in 1kg Verpackungen beim Grosshandel oder über den ansässigen Gärtner.

• Fetrilon 13%: stabil bis pH 7
• Sequestren 6%: stabil von pH 4-9 - negativ: wird von UV Licht sofort zerstört.
• Tenso Fe 6%: stabil von pH 4-9 - UV stabil; mischbar mit Flüssigdüngern, reagiert nicht auf NH4. Wirkt über 9 Monate im Boden, kein Verlust durch Auswaschung.

Das Silizium

Der ganze Boden ist voll davon. Als Siliziumträger sind Ton oder Tonminerale bekannt. Bentonit ist ein im Handel erhältliches Produkt. Äusserst billig und manch einer verdient daran richtig Geld. Hier wird der Verbraucher so richtig über den Tisch gezogen. Gut für die Seele, absolut unnötig für Bambus. Wir haben uns in Fachkreisen schon fast totgelacht über diesen Unsinn!

Was gebe ich nun bei welcher Pflanze und wie viel?

Wachstum: Stickstoff - das Verhältnis von N zu K sollte 2:1 sein
Standarddüngung: bei fast allen Pflanzen: N zu K sollte 1:1 sein
Blütendüngung: Balkon/Kübelpflanzen: N zu K sollte 1:2 oder sogar 1:3 sein Was bedeutet N: K = 2:1 30% N: 15% K
Menge: niemals mehr als auf der Gebrauchsanweisung steht.

Weniger ist immer Mehr!

Lieber die angegebene Menge auf zweimal verteilen, als die doppelte Menge auf einmal. Bambus hat weitaus mehr Bedarf an Nährstoffen als andere Pflanzen., wobei er ohne weiteres auch ohne jeglichen Dünger zufriedenstellend wächst.

Phyllostachys hat zwei Wachstumsphasen. Die erste zum Austrieb, hier wird ca. 1/3 der Nährstoffe benötigt und die zweite ab ca. Juli wenn das Rhizomwachstum beginnt. Kurz nach dem Austrieb werden nahezu vier Wochen nur geringste Mengen an Nährstoffen aufgenommen. Hier tritt eine sog. Ruhephase ein. Günstig wenn man Bambus im Sommer verpflanzen will!

Gibt man Dünger, ist auf eine regelmäßige Wasserversorgung zu achten. Ansonsten könnten Salzschäden auftreten. Das beste Nährstoffverhältnis mit den besten Ergebnissen erzielt man bei einer N-P-K Analyse von 5-1-2. Dies bedeutet, auf 5 Teile N sollte 1 Teil P und 2 Teile K stehen (20-5-10).

Phyllostachys benötigt bei optimaler Versorgung bezogen auf eine Vegetationsperiode (März bis Oktober/November) 600 kg reinen Stickstoff pro Hektar. Dies entspricht genau 60g rein N pro m². Bei einem N-Anteil von 20% ergibt sich daraus die Menge des Düngers bezogen auf acht Monate, nämlich genau 300g/m². Verwendet man Langzeitdünger mit einer Wirkungszeit von 10-12 Wochen sollte man diese 300g in drei Gaben geben, theoretisch - stimmt jedoch nicht. Bedenke ich den Bedarf im Frühjahr und rechne die Ruhephase mit ein so ergibt sich für die Praxis folgende Applikation: 100g/m² im Frühjahr + 200g/m² ab Juli.

Hierbei ist wie gesagt die Menge an Wasser sehr wichtig. Im optimalen Bereich benötigt Phyllostachys eine gesamte Wassermenge von 1.000 bis 1.200 Litern Wasser pro m² und Jahr. Für die Praxis bedeutet dies folgendes: Gesamtniederschlagsmenge von angenommen ca. 600 Litern, verbleiben ca. 600 Liter Wasser was man zusätzlich geben sollte. Weniger im Frühjahr als besonders in den heissen Monaten.

Generell zum Giessen sei gesagt, dass es wesentlich effizienter ist größere Mengen zu geben als jeden Tag ein paar Liter. Das Zauberwort hier heißt die Pflanze richtig einschwämmen und vollsaugen lassen. Diese Empfehlung orientiert sich an Optimalwerten um das volle Potential dieser Pflanze auszuschöpfen.

Alles hat zwei Seiten. Es wird sich nach relativ wenigen Jahren ein "Prachtkerl" entwickeln. Der erhöhte Zuwachs bedeutet natürlich auch mehr Blattmasse und diese könnte bei sehr langen Frostperioden zum Wasserstress im Winter führen. Hier kann man sich behelfen indem man vor Wintereinbruch ca. 30% der Halme bodeneben entfernt. Dies beeinträchtigt die Pflanze nicht in ihrem kommenden Frühjahresaustrieb. Letztendlich werden wesentlich stärkere Halme wachsen wenn ein Bestand ausgedünnt ist.

Nährsalze - Flüssigdünger

Handelsübliche Flüssigdünger in 1 Liter Flaschen sind bezogen auf den Inhalt und die Qualität beim billigsten Preis immer noch zu teuer. Stammlösung vorbereiten - 1kg Düngersalz in 10 Litern Wasser (warmes/heißes) auflösen. Zugabe von 10ml Stammlösung pro Liter Gießwasser. Man erhält eine Verdünnung von 1:1000. 1kg Nährsalz ergibt 1.000 Liter (1m³) Gießwasser. Alternativ 1kg Nährsalz in 5 Liter Kanister auflösen - 5ml pro Liter Gießwasser.

Was düngen Sie nun eigentlich?

Nährsalz mit der Analyse 18-11-18 (Stickstoff-Phosphat-Kalium) mit der oben genannten Verdünnung ergibt 180mg Stickstoff - 110mg Phosphat - 180mg Kalium. Eventuell sollte der Nitratgehalt (Stickstoff) des Wassers dazugerechnet werden. Sie können mit dieser Verdünnung bei jedem Gießgang den Dünger mit zugeben. Unter Umständen nach unten/oben korrigieren sollte das Ergebnis nicht erwartungsgemäß ausfallen.

Langzeitdünger

Diese Dünger enthalten nur einen gewissen Anteil des Stickstoffes als Langzeitkomponente. Alle anderen Nährstoffe gehen mehr oder weniger sofort in Lösung, wie bei den Nährsalzen. Langzeitformen des N sind: Formaldehyd-N; Isodur-N. Um so mehr der gesamte N-Gehalt diese Komponenten enthält, desto hochwertiger ist der Dünger.

Die Wirkungszeiten sind zw. 8-12 Wochen zu beurteilen. Abhängig von der Temperatur, der Feuchtigkeit und der biologischen Aktivität des Bodens/Substrates. Blaukorn zum Beispiel enthält keine Langzeitformen, löst sofort und belastet damit auch die Pflanzen. Empfohlene Mengen bei Blumenkästen/Töpfe: 1-2g/Liter Erde alle 8-10 Wochen und im Freiland: 80 - 150g/m² alle 10-12 Wochen.

Dauerdünger - umhüllte Dünger

Diese Dünger sind die qualitativ hochwertigsten. Es sind alle Haupt- und Spurennährstoffe komplett umhüllt. Die Abgabe der Nährstoffe erfolgt sehr gleichmäßig in den angegebenen Zeiträumen. Die Abgabe ist NUR abhängig von der Bodentemperatur und nicht von der Feuchtigkeit (Regenwetter). Es gibt keine Salzschäden und auch keine Verluste durch zu viel Wasser.

Bei niedrigen Temperaturen benötigt die Pflanze weniger an Nährstoffen, der Dünger passt sich an indem er einfach weniger abgibt. Mengen: Blumenkästen/Töpfe: Laufzeit 5-6 Monate 3-4g/Liter Erde, Laufzeit 8-9 Monate 4-6g/Liter Erde. Freiland: 5-6 Monate 150-200g/m² , 8-9 Monate 200-300g/m²

Bei Bambus können die obersten Mengen verabreicht werden! ACHTUNG: Die Körner lösen sich nicht auf. Auch wenn sie noch erkennbar sind, kann das Düngerkorn bereits leer sein. Test: zwischen den Fingern zerreiben, die austretende Flüssigkeit sollte nicht mehr milchig sein, sonst ist nur noch heiße Luft drin.

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